Zum Anfang

„Ein geiles Gefühl“

100815Rheine

Markus Krawietz köpft in der 89. Minute das 3:2

Trainer Wortmann jubelt nach Auftaktsieg über Rheine: „Ich bin stolz“
HAMM • „Das ist einfach nur ein geiles Gefühl“, jubelte Markus Krawietz nach dem Schlusspfiff. Eine Minute vor dem Ende hatte der Neuzugang der Hammer SpVg vor 370 Zuschauern in der Evora Arena das entscheidende 3:2 (1:1) gegen den FC Eintracht Rheine geköpft und den Rot-Weißen damit einen erfolgreichen Einstand in der Westfalenliga beschert. „Dieser Sieg war zwar etwas glücklich, aber nicht unverdient“, meinte HSV-Trainer Holger Wortmann. „Ich bin einfach nur stolz. Wir haben gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind, in der sich jeder für den anderen von der ersten bis zur letzten Minute den Hintern aufreißt.“

Dass er – wie die meisten Zuschauer auch – während der Begegnung nicht unbedingt mehr mit drei Punkten gerechnet hatte, gab der Coach zu. Denn eigentlich lief in dieser Auftaktbegegnung vieles gegen den NRW-Liga-Absteiger. Dabei war die Anfangsphase durchaus verheißungsvoll. Bereits nach 18 Minuten brachte Kevin Lanzendörfer nach einem genialen Pass von Marc Dyballa die Platzherren freistehend in Führung. Doch schon in den ersten Minuten war deutlich zu erkennen, dass die HSV in der Abwehr große Abstimmungsprobleme besaß. So hatten Frederick Telsemeyer und Andre Klostermann vor dem Hammer 1:0 gute Möglichkeiten für Rheine ausgelassen.

Noch konfuser ging es in der Abwehr der Gastgeber zu, nachdem Alexander Thiele mit einer schweren Sprunggelenkverletzung (26.) vom Platz humpelte und durch Tim Eckelt ersetzt wurde. Nur drei Minuten später fiel der Ausgleich durch Daniel Seidel, der mit einem platzierten Schuss aus halblinker Position Schlussmann Dominique Nowak keine Abwehrmöglichkeit ließ.

Von diesem Zeitpunkt an drohte das Spiel zu kippen, denn der Offensivschwung der Hammer war abrupt gestoppt. Das lag auch daran, dass Rheines Trainer Ulli Peltner schon nach zwanzig Minuten eine Umstellung in der Hintermannschaft vornahm, den gegen Lanzendörfer total überforderten Max Stermann vom Feld nahm und Andre Klostermann auf den schnellen HSV-Angreifer ansetzte. Zudem sah Tim Eckelt nur 17 Minuten nach seiner Einwechselung die Ampelkarte. Zunächst hatte er an der Mittellinie Michael Ungru (36.) umgerissen, dann Andre Klostermann (43.) böse gefoult. „Tim hat überhaupt nicht ins Spiel gefunden. So darf man sich nicht verhalten. Darüber werden wir noch reden“, echauffierte sich Wortmann.

Er beorderte nach der Pause Sebastian Senger für Eckelt in die Viererkette. Auffallend, dass sich Rheine in der zweiten Halbzeit in Überzahl kaum Chancen erspielte. Eine davon führte aber zum 1:2 in der 65. Minute, als Frederick Telsemeyer eine Kopfballvorlage von Daniel Seidel eiskalt verwertete. Bewundernswert anschließend die tolle Moral der Hammer, die nicht aufgaben. Durch die Einwechselung von Giancarlo Fiore für Felix Backszat wurden die Rot-Weißen auch wieder gefährlicher. Wortmann bewies damit ein glückliches Händchen, denn Fiore erzielte (72.) nach einer Flanke von Christoph Blesz per Flugkopfball den Ausgleich. Und der verlieh der HSV in der Schlussphase Flügel. Drei Minuten vor dem Ende sah der Rheiner Jens Roßmöller wegen Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte. Und für die Gäste kam es noch schlimmer. Kurz vor dem Abpfiff flankte erneut Blesz von rechts auf dem freistehenden Krawietz, der die Hammer mit einem platzierten Kopfball zum 3:2 in Freudentaumel versetzte. P.Sch.

Hammer SpVg: Nowak – Kaminski, Sven Dyballa, Thiele (26. Eckelt), Blesz – Backszat, (67. Fiore), Senger, Öztürk, Lanzendörfer (78. Schiller) – Marc Dyballa, Krawietz

Eintracht Rheine: Epker – Stermann (20. Melzer), Roßmöller, Brüggemeyer, Heger – Beckmann, Andre Klostermann, Seiler (61. Maik Klostermann), Ungru (81. Ruwe) – Seidel, Telsemeyer

Schiedsrichter: Dräger (Bielefeld)

Zuschauer: 370

Tore: 1:0 Lanzendörfer (18.), 1:1 Seidel (29.), 1:2 Telsemeyer (65.), 2:2 Fiore (72.), 3:2 Krawietz (89.)

Gelbe Karten: Kaminski, Eckelt, Senger, Lanzendörfer – Melzer, Brüggemeyer

Gelb-Rote-Karte: Eckelt (43.)

Rote Karte: Roßmöller (87./Schiedsrichterbeleidigung)

Hauptsponsor

24nexx

Premium Partner

premium

Business Partner

business

Classic Partner

classic