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Fehlende Leidenschaft

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Hammer SpVg verpasst Anschluss an die Tabellenspitze

Die Wortmann-Elf und Preußen Münster II trennen sich 1:1
HAMM • Als Gästetrainer Arne Barez auf der Pressekonferenz von einem schweren Spiel bei einem starken Gegner sprach, wiedersprach Holger Wortmann prompt. „Diesen starken Gegner habe ich nicht gesehen“, sagte der Trainer des Fußball-Westfalenligisten Hammer SpVg nach dem dürftigen 1:1 (0:0) gegen die Reserve des SC Preußen Münster. „Vor allem in der ersten Halbzeit waren wir katastrophal unterlegen und hatten Glück, dass die Münsteraner ihre Chancen nicht genutzt haben“, war Wortmann restlos bedient. „Mit so wenig Leidenschaft, mit der wir uns in einem Heimspiel präsentiert haben, können wir einfach nicht bestehen.“

Die Hammer SpVg hatte insbesondere Schwierigkeiten, ihr Offensivspiel durchzusetzen und suchte sich auf komplizierte Art und Weise ihre Wege. Besonders die langen Bälle, mit denen die Gastgeber vor etwa 300 Zuschauern in der Evora Arena agierten, fanden so gut wie überhaupt nicht den dafür vorgesehenen Adressaten. Stattdessen machten die zuvor punktlosen Münsteraner bereits in der dritten Minute durch eine Kontermöglichkeit auf sich aufmerksam. Der Schuss von Marc Lorenz war jedoch zu unplatziert. Die nächste Möglichkeit bot sich Pascal Koopmann, dessen Abschluss HSV-Keeper Dominique Nowak noch über das Tor rettete (14.) – vorausgegangen war ein Fehlpass von Sebastian Senger.

Die Wortmann-Elf kam erst durch eine Standardsituation zu einer Tormöglichkeit. Michael Kaminski setzte das Leder nach einem Eckstoß von Marc Dyballa jedoch neben das Gehäuse (19.). Aus dem Spiel heraus leiteten sich die Gastgeber zu viele individuelle Fehler. So setzte sich Felix Backszat zwar gegen Tigin Yaglioglu durch. Markus Krawietz leitete dessen Zuspiel weiter zu Marc Dyballa, der sich das Leder jedoch zu weit vorlegte (29.). Stattdessen gaben die Gäste weitere Warnschüsse durch Michael Seifert (43.) und Lorenz per Freistoß (45.) ab.

Holger Wortmann reagierte und brachte Hüseyin Kücük für Kevin Lanzendörfer. Kücük agierte auf der Sechserposition, dafür wechselte Giancarlo Fiore ins offensive Mittelfeld. „So wollten wir mehr Zweikampfstärke auf dieser Position demonstrieren“, erklärte der Coach seine taktische Änderung. Vor allem Fiore sorgte für Aufwind im Hammer Angriff. In der 53. Minute setzte ihn Krawietz in Szene, doch Gästekeeper David Buchholz faustete den Kopfball des HSV-Stürmers aus der Gefahrenzone – ebenso wie einen Kaminski-Freistoß (57.).

Doch die HSV kam doch noch zum Jubel: Auf Zuspiel von Fiore bezwang Krawietz den Preußen-Keeper im 1:1-Duell und markierte das 1:0 (72.) Der Stürmer eilte zur HSV-Bank und bedankte sich vor allem bei Physiotherapeut Stefan Runte. „Er hat nach meiner Verletzung alles gegeben, um mich wieder fit zu machen“, begründete der Torschütze. Die Freude währte aber nur kurz. Nowak lenkte einen Lorenz-Freistoß an die Unterlatte, hatte Schwierigkeiten im Nachfassen. Seifert nutzte dies und schob zum 1:1 ein (74.). Hamms Akteure monierten Stürmerfoul, doch Referee Jens Jeromin entschied auf Treffer. Die HSV warf daraufhin noch einmal alles noch vorne, um doch noch drei Punkte in der Evora Arena zu behalten. „Nach dem Ausgleich hatten wir aber einen kleinen Knick im Spiel“, meinte Sven Dyballa, der in der Nachspielzeit nach Krawietz-Zuspiel den Siegtreffer verpasste (90.+2). „Wenn er den macht, sind wir alle froh“, so Wortmann. „Aber ich bin mit dem Punkt zufrieden. Mit der Leistung meines Teams jedoch nicht.“ Und auch Krawietz gab zu: „Aufgrund der ersten Halbzeit hätten wir den Sieg nicht verdient gehabt.“ - mg

Hammer SpVg: Nowak – Kaminski, S. Dyballa, Thiele, Senger – M. Dyballa, Fiore – Backszat (70. Schiller), Aktas, Lanzendörfer (46. Kücük) – Krawietz

Preußen Münster II: Buchholz – Nas, Quabeck, Mümken, Yaglioglu – Schmider, Sehrbrock (50. Woltering) – Lorenz, Karadag (68. Kilabaz), Koopmann – Seifert (81. Islak)

SR: Jens Jeromin (Bochum)

Zuschauer: 300

Tore: 1:0 Krawietz (72.), 1:1 Seifert (74.)

Gelbe Karten: Aktas, M. Dyballa, Kücük – Mümken, Kilabaz, Woltering

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