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„Nicht unser Anspruch“

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HSV zeigt in Gievenbeck wieder nur eine gute Halbzeit

Nach dem Wechsel erkämpfen sich die Hammer ein 1:1 beim Aufsteiger
MÜNSTER • Als Schiedsrichter Lars Bremskens zur Pause pfiff, beorderte HSV-Trainer Holger Wortmann seine Spieler nicht wie gewohnt in die Kabine, sondern befahl sie Richtung Eckfahne. „Ich habe versucht, sie bei der Ehre zu packen, weil ich schockiert war, wie man sich so präsentieren kann“, meinte Wortmann nach Spielschluss noch immer etwas fassungslos. Mit einer Leistungssteigerung verdiente sich die Hammer SpVg beim Westfalenliga-Aufsteiger 1. FC Gievenbeck ein 1:1 (0:1)-Unentschieden, das allerdings immer noch weit hinter den Ansprüchen der Gäste zurückbleibt.

„Das war katastrophal, was jeder Einzelne gezeigt hat. Mir fällt nicht einer ein, der Normalform erreicht hat“, ging der HSV-Coach mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. Gegen einen Gegner, der laut Wortmann, nicht Fußball spielen könne und wollte, waren die Hammer in den ersten 45 Minuten in allen Belangen unterlegen. Nach dem frühen Gegentor durch Jens Könemann in der fünften Minute wirkten die Gäste wie gelähmt. Der FCG nutzte durch den holprigen Rasen auftretenden Stockfehler der Hammer, um die Räume endgültig zuzumachen, so dass sich die Gäste früh auf lange Bälle versteiften, die leichte Beute für die Gastgeber waren. „Die haben alles getan, um es uns schwer zu machen“, meinte Kapitän Alexander Thiele mit Blick auf das vorher durchgeführte Jugendspiel.

Auf der anderen Seite brachte Gievenbeck die HSV-Defensive immer wieder mit einfachen Mitteln in Verlegenheit. So klärte Keeper Dominique Nowak aufmerksam vor Könemann (16.), schoss Keil einen Spieler an, statt aus kurzer Distanz ins Tor (22.) und verzog Daldrup einen Schuss aus aussichtsreicher Position (45.). „Wir hätten noch anders führen können“, meinte Gievenbecks Trainer Maik Weßels.

Die HSV verzeichnete eine Doppelchance, als Osman Köse, der erstmals in der Startelf stand, aber zur Pause raus musste, zweimal an FCG-Schlussmann Sven Martin scheiterte. „Da hat er super gehalten“, so Weßels.

Nach dem Wechsel streiften die Gäste die Lethargie ab. „Der Trainer hat die richtigen Worte gefunden“, so Thiele. Die Hammer gingen viel früher drauf und erkämpften sich die Bälle. Wortmann hatte neben Köse auch den indisponierten Hüseyin Kücük durch Senger ersetzt. Das Spiel verlagerte sich in die Hälfte des Gastgebers. „Das Powerplay konnten wir nicht wegdrücken“, meinte Weßels.

Doch die Gäste ließen den unbedingten Drang zum Tor vermissen. Beispielhaft der Versuch von Felix Backszat aus halblinker Position im Strafraum quer zu legen – ohne einen Mitspieler zu finden (58.). „Wir müssen einfach ein bisschen mehr den Abschluss suchen“, forderte Thiele, dessen Kopfball Martin abwehrte (61.).

Beim verdienten Ausgleich war dann jede Menge Glück im Spiel. Semih Aktas hatte sich im Sechzehner bis zur Grundlinie durchgetankt. Sein Querpass wurde erst abgefälscht, ehe ihn Timm Barkam völlig unbedrängt ins Netz zimmerte (64.).

In der Folge machte sich bei der HSV der Ausfall von Stoßstürmer Markus Krawietz als Anspielstation bemerkbar, der mit Oberschenkelprobleme ausschied (59.). Bei allem Bemühen und der immensen Laufarbeit fehlten Einschussgelegenheiten. Ein paar Distanzschüsse – das wars. In den letzten zehn Minuten befreiten sich die Gastgeber dann wieder.

Während sich Weßels über einen „absolut verdienten Bonuspunkt“ gegen einen Topfavoriten freute, war Wortmann durch die Leistungssteigerung nur bedingt versöhnt: „Zumindest der Einsatzwille in der zweiten Halbzeit stimmt mich milde, aber das kann nicht unser Anspruch sein.“ bob

1. FC Gievenbeck: Martin – Barkam, Westphal, Steinkamp, H. Könemann – Fromme, Bonnekessel, Knemeyer, Keil (79. Kreuzheck) – J. Könemann, Daldrup (72. Leifken)

Hammer SpVg: Nowak – Blesz, Thiele, S. Dyballa, Kaminski – Kücük (46. Senger), M. Dyballa – Fiore – Aktas, Krawietz (59. Schiller), Köse (46. Backszat)

Schiedsrichter: Lars Bremskens (Recklinghausen)

Zuschauer: 150

Tore: 1:0 J. Könemann (5.), 1:1 Barkam (Eigentor, 64.)

Gelbe Karten: Bonnekessel, Westphal, Martin / Köse, Blesz, Kaminski

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