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„Endlich ein gutes Spiel“

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HSV-Coach Wortmann zufrieden mit 0:0 in Neuenkirchen

Stürmer Markus Krawietz verpasst früh die perfekte Rückkehr
NEUENKIRCHEN • Nach Spielschluss wurde Holger Wortmann laut. Das Mikrofon auf der Pressekonferenz hatte seinen Geist aufgegeben. Und da es beim SuS Neuenkirchen wie bei vielen anderen Westfalenliga-Vereinen üblich ist, dass die Trainer ihre Meinung nicht nur den Medienvertretern, sondern auch den Zuschauer mitteilen, musste der HSV-Coach ebenso wie sein Gegenüber Franz-Josef Reckels schreien, damit er vor der Tribüne im Waldstadion stehend überhaupt verstanden wurde. So sprach Wortmann über ein „gutes Fußballspiel“, und Reckels pflichtete ihm bei. Einziges Problem: Beim 0:0 fehlte mit den Toren das Salz in der Fußball-Suppe.

Nach einer Nullnummer hatte es in der Anfangsphase nicht ausgesehen, denn schon in der zweiten Minute kam HSV-Stürmer Markus Krawietz zum Kopfball, platzierte seinen Versuch aber zu ungenau, um sich nach seiner Verletzungspause einen perfekten Einstand zu bescheren. „Wenn Markus da getroffen hätte, läuft die Sache ganz anders“, meinte Wortmann.

So war es der HSV jedoch nicht vergönnt, die anfängliche Überlegenheit in ein Erfolgerlebnis umzumünzen. Denn die Gäste brachten den SuS durch frühes Stören immer wieder in Verlegenheit. Allerdings blieb der Angriff der Hammer trotz der vielen Ballgewinne mit Ausnahme der Krawietz-Chance stumpf. Langsam fand Neuenkirchen in der Defensive seine Stabilität, und die Partie verflachte. „Schuld“ daran waren die Gäste, weil sie dem Gastgeber dank einer hervorragenden Defensivarbeit keine Torchancen erlaubten. Auf der anderen Seite gelang es der HSV aber auch nicht gefährliche Szenen zu kreieren. Dafür waren die Ballstafetten zu ungenau, die Dribblings nicht filigran genug und wurden Schussgelegenheiten ausgelassen. „Es fehlte der finale Pass und das druckvolle Spiel 20 Meter vor dem gegnerische Tor“, erkannte Wortmann.

Zwei große Aufreger gab es in der ersten Halbzeit allerdings noch. Zunächst hatte Hamms Schlussmann Dominique Nowak Glück, dass die missglückte Flanke von Emmanuel Beckmann-Smith von der rechten Strafraumecke nur das Lattenkreuz traf (37.). Unmittelbar danach behauptete Krawietz nach einer Ecke im Gewühl den Ball, geriet jedoch in Rücklage und drosch das Leder aus sechs Metern knapp über das Tor (38.).

Die zweite Hälfte war nur zwei Minuten alt, als Alexander Thiele am langen Pfosten nach einer Ecke aufs Tor köpfte, doch Simon Brüning rettete auf der Linie. Die Hammer waren in weiten Phasen des Durchgangs überlegen. „80 Prozent Ballbesitz“, hatte Wortmann gar ausgemacht. „Das war endlich mal ein gutes Spiel von uns“, war der Coach mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Die Einschätzung von Reckels, der ein „gerechtes Unentschieden“ gesehen hatte, teilte der HSV-Trainer deshalb nicht.

Die Hammer waren bemüht, kamen aber nicht durch, weil „unsere Abwehr sehr gut gestanden hat“, wie es der SuS-Trainer ausdrückte, und der letzte Pass noch immer nicht sein Ziel fand. So waren auf HSV-Seite ein abgeblockter Versuch des starken Kurtulus Öztürk (74.) und ein Schüsschen von Marc Dyballa (82.) die einzigen gefährlichen Aktionen. Neuenkirchen besaß sogar die Gelegenheit zum Sieg. Nach einem Freistoß am eigenen Strafraum – Sebastian Senger hatte für eine unnötige Grätsche die Ampelkarte gesehen – waren zwei SuS-Stürmer nach erfolgreicher Kopfballverlängerung plötzlich durch. Doch Rafael Figueiredo und Nail Kaplan behinderten sich gegenseitig, so dass der Schuss aus 14 Metern über das Tor flog (89.). „Die treten sich gegenseitig in die Füße“, war Nowak schadenfroh. - bob

SuS Neuenkirchen: Klingbeil – Beckmann-Smith, Schulz, Haverkamp, Wessels – Osterhaus (72. da Costa), Brüning, Haarmann – Figueiredo – Bußmann (79. Wehmschulte), Omerovic (58. Kaplan)
Hammer SpVg: Nowak – Senger, Thiele, S. Dyballa, Kaminski – Öztürk (79. Kücük), M. Dyballa – Fiore (46. Backszat), Köse (77. Metin), Aktas – Krawietz
Schiedsrichter: Julian Graf (Herne)
Zuschauer: 250
Gelbe Karten: Wessels, Brüning / Aktas
Gelb-Rote Karte: Senger wegen wiederholten Foulspiels (88.)


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