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Gebrauchter Tag in Lippstadt

20170219SVL HSVHSV verliert mit 0:2 und lässt den Verfolger aufholen

Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison musste die Elf von Coach Sven Hozjak gegen den SV Lippstadt eine empfindliche Niederlage hinnehmen und wusste dabei nicht zu überzeugen. In einem von zahlreichen Fouls, einem schwer bespielbaren Rasen und dem Fehlverhalten einiger sogenannter „Fans“ geprägten Spiel kaufte der SVL der Hammer Spielvereinigung mit dem größeren Willen den Schneid ab und gewann das Spitzenspiel damit keineswegs unverdient.

So fiel es Sven Hozjak auf der Pressekonferenz nach dem Spiel auch nicht schwer, seinem Lippstädter Kollegen Stefan Fröhlich zur tadellosen Leistung und zum Sieg zu gratulieren. „Wir haben heute keine wirklich guten Ideen gehabt, um den Gegner zu bespielen und wir haben viele, viele individuelle Fehler gemacht“, analysierte der Hammer Coach den Spielverlauf und erklärte weiter: „Für Lippstadt ging es heute um Alles oder Nichts. Fakt ist aber auch, dass sich für uns auch mit der Niederlage grundsätzlich nichts verändert hat. Wir haben immer noch ein Spiel weniger in der Hinterhand und falls wir das für uns entscheiden können, sind wir wieder fünf Punkte davor. Vielleicht war es ja genau zur richtigen Zeit, dass wir jetzt so ein Signal bekommen haben.“

Dabei hatte die HSV gegen den tiefstehenden und auf Konter lauernden SVL zahlreiche gute Torgelegenheiten, sich dabei aber in den entscheidenden Momenten durch Platzfehler und technische Unzulänglichkeiten immer wieder selbst aus dem Spiel genommen. Ungezählte Fehlpässe und zu komplizierte Kombinationen öffneten den Gastgebern Räume, in die sie überfallartig vorstießen und bei der Hammer Abwehr damit für Vollbeschäftigung sorgten. Das funktionierte bis zur 20. Minute, in der der umsichtige Schiedsrichter Florian Exner dem SVL einen Freistoß etwa 25 Meter vor dem HSV-Tor aus halblinker Position zusprach. Der Ball flog hoch in den Strafraum hinein und wurde im dortigen Getümmel von Ardian Jevric per Kopf unhaltbar für Philip Faderl zum 1:0 in die Maschen gelenkt (20.). Am Spielverlauf änderte das kaum etwas: Die HSV machte das Spiel, Lippstadt wartete auf Kontermöglichkeiten.

Aufregend wurde es dann vier Minuten später wieder. Semih Daglar hatte sich kurz vor der Mittellinie den Ball vorgelegt und wurde vom ihn verfolgenden Ardian Jevric am Fuß getroffen. Der Unparteiische hatte bereits abgepfiffen, als die beiden Kontrahenten Stirn voran aufeinander zu und Sekundenbruchteile später ein wenig theatralisch zu Boden gingen. Exner beriet sich kurz mit seinen Assistenten, zeigte beiden (gänzlich unverletzten) Spielern wegen der Unsportlichkeit Gelb und dem Torschützen Jevric wegen seines Angriffs von hinten auf die Beine Daglars die Rote Karte hinterher.

Doch auch die Unterzahl der Gastgeber vermochte keine nennenswerte Veränderung im Spielverlauf herbeizuführen. Auf beiden Seiten gelang bis zur Pause aus dem Spiel heraus weiterhin nicht viel und die Zweikämpfe blieben verbissen, so dass bereits nach 45 Minuten fünf Gelbe Karten und eine Gelb-Rote zu Buche standen.

Beide Mannschaften kamen unverändert wieder auf das inzwischen stellenweise sehr lädierte Spielfeld und setzten dort an, wo sie aufgehört hatten. Nach fünf Minuten musste Außenverteidiger Felix Frank, der zuvor gefoult worden war, verletzungsbedingt vom Platz und wurde durch Dennis Mooy ersetzt (50.). In der 63. Minute versuchte Sven Hozjak gegen die massiv mauernden Lippstädter neue Impulse zu setzen und brachte Mike Pihl für den heute aufmerksam bewachten Giacomo Serrone.

Wenige Minuten später richteten sich plötzlich alle Blicke auf den Block mit den Hammer Fans. Nachdem dort bereits direkt nach Spielbeginn rote Rauchschwaden am Zaun entlang zogen, wurde erneut Pyrotechnik gezündet und von einigen Chaoten der Zaun erklommen. Einer von ihnen sprang auf das Spielfeld und wurde vom dort platzierten Ordner zum Fluchttor begleitet. Der Ordner öffnete das Tor, so dass plötzlich ein Teil der Chaoten auf den Rasenstreifen hinter dem Tor stürmte. Zwar war das Theater dank des schnellen Eingreifens der Ordner und der Polizei in kürzester Zeit wieder beendet, doch hatte Schiedsrichter Exner die Partie bereits unterbrochen und die Spieler in die Kabinen geschickt. Erst nach etwa 10 Minuten wurde das Spiel dann wieder angepfiffen.

Auch Stefan Fröhlich wechselte nun zweimal und tat dabei mit Paolo Maiella einen Glücksgriff. Ein vollkommen verunglückter Querpass in der Hammer Hintermannschaft wurde obendrein auch noch zu kurz zu Philip Faderl zurückgespielt, der dadurch weit aus dem Tor herauslaufen musste und den Ball nicht präzise genug aus der eigenen Hälfte bekam. Der eben erst eingewechselte Maiella nahm das Geschenk an und lupfte den Ball unerreichbar über Faderl hinweg zur 2:0-Führung (80.). Fünf Minuten kam der zuvor bereits verwarnte David Loheider im gegnerischen Strafraum von zwei Gegenspielern bedrängt zu Fall, was Florian Exner allerdings als Versuch einen Strafstoß zu provozieren bewertete und mit einer Gelb-Roten Karte bestrafte (85.).

Die HSV gab sich in den verbleibenden fünf Minuten plus dreiminütiger Nachspielzeit immer noch nicht geschlagen und versuchte zumindest zum Anschlusstreffer zu kommen, doch fand sie bis zum Ende kein passendes Rezept. Damit ist der ehemals komfortable Abstand auf den ärgsten Verfolger auf zwei Punkte geschrumpft, könnte allerdings im Falle eines Erfolges im Nachholspiel gegen Arminia Bielefeld II am kommenden Samstag in der EVORA-Arena wieder hergestellt werden. Lippstadt kann dann erst eine Woche später wieder etwas für das eigene Punktekonto tun, da das kommende Karnevalswochenende spielfrei ist. ug

Zu den Vorkommnissen neben dem Spiel

Sven Hozjak hatte sich bereits in der Pressekonferenz nach dem Spiel stellvertretend bei den Gastgebern für die Vorkommnisse im Fanblock entschuldigt und dabei darauf hingewiesen, dass die Chaoten nicht zu den HSV-Fans gehören, sondern Unbekannte waren. Nach Rücksprache mit den stets friedlichen HSV-Fans und dem Fanbeauftragten kann die Hammer Spielvereinigung bestätigen, dass offensichtlich zahlreiche nur an Krawall interessierte und bei der HSV bisher nie gesehene Personen das Angebot der gemeinsamen Anreise mit dem Bus missbraucht haben. Die Hammer Spielvereinigung wird als unmittelbare Konsequenz aus den bedauerlichen Vorfällen bei den Organisatoren der Busfahrten zu Auswärtsspielen der HSV darauf hinwirken, dass derartige „Gäste“ zukünftig nicht mehr befördert werden.

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