Zum Anfang

Alles rausgehauen und drei Punkte verdient

20180406HSVTUSVor dem Spiel gegen Lippstadt schlägt die HSV den TuS Haltern mit 3:1 (1:1)

Zwei Tage Regeneration seien "nicht die Menge", bemerkte Halterns Trainer Magnus Niemöller auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Was in den 90 Minuten zuvor den 403 Zuschauern in der EVORA-Arena geboten wurde, ist damit ein Stück weit erklärt. Schließlich stellte Niemöller im Laufe der zweiten Halbzeit an der einen oder anderen Stelle dann auch fest, dass seine Spieler zunehmend müder wurden. Nichtsdestotrotz sollte diese Feststellung nicht die Anerkennung für die Leistung der Jungs von Sven Hozjak schmälern, die heute alles für Hamm rausgehauen haben.

In einer fairen, aber durchaus körperbetonten Partie, die sowohl riskante Grätschen als auch kleine Nickligkeiten für das Publikum zu bieten hatte, konnte man auf Hammer Seite mit zunehmender Spieldauer die Erinnerung an die letzten Nullnummern aufkommen spüren. Die Mannschaft, in der Moritz Kickermann nach seiner Zwangspause über die Ostertage wieder die Kapitänsbinde übernommen hatte, war von Beginn an spielbestimmend und kam schon nach drei Minuten zur ersten, sagen wir wohlwollend 98-prozentigen, Torchance durch Yannick Albrecht, der sichtlich überrascht einen langen Ball am Fünfmeterraum in Rücklage erreichte, aber mit langgestrecktem Bein nur noch deutlich über das Halterner Gehäuse schaufeln konnte.

In der 15. Minute folgte schon die zweite Großchance. Die 100% wurden in dieser Szene allerdings vom am Dienstag im Regionalligaspiel der Ortsnachbarn zusätzlich sichtlich gelittenen Rasen in der EVORA-Arena extrem geschmälert. Ein langer Einwurf von Marius Kröner zu David Loheider wurde von diesem nach kurzem Flügellauf scharf vor das Tor gebracht, wo der Ball kurz vor Mike Pihl noch einmal aufsetzte und dermaßen versprang, dass er von dessen Knie ins Toraus sprang.

17. Minute Ralf Schneider, 19. Minute David Loheider, 20. Minute Moritz Kickermann, 28. Minute wieder David Loheider. In diesem Rhythmus folgten weitere gute Einschussmöglichkeiten für die Hammer Spielvereinigung. Zudem verhinderte Schiedsrichter David Hennig in der 23. Minute eine Chance für Hamm, indem er ein Handspiel eines Halterner Verteidigers im eigenen Sechzehner nicht erkannte und den Elfmeterpfiff für die HSV verweigerte.

Vom TuS Haltern war bis dato offensiv nichts Zwingendes zu sehen. In der 33. Minute musste Jarno Peters im Hammer Tor einen missglückten Rückpass kurz vor Halterns Dennis Drepper klären. Viel gefährlicher waren die übrigen Bemühungen der Gäste nicht gewesen. Und so kam es nicht nur für Halterns Stürmer Stefan Oerterer, sondern wahrscheinlich für jeden Anwesenden im Stadion außer dem Schiedsrichter überraschend, als in der 36. Minute der Spielverlauf quasi auf den Kopf gestellt wurde. Nach einer Flanke verlängerte Hamms Verteidiger Noel Below den Ball mit dem Kopf an den langen Pfosten, wo TuS-Stürmer Stefan Oerterer bewacht von Marius Kröner lauerte. Beide gingen zum Ball, beide hatten auch nur den Blick auf den Ball gerichtet und im Lauf muss Kröner Oerterer wohl dermaßen auf den Fuß getreten haben, dass er ohnmachtsgleich nach hinten fiel. Kein Wunder, wird Kröner doch nicht umsonst von den HSV-Fans liebevoll "The Wall" genannt. Als der Pfiff ertönte und die Zeichen auf Strafstoß standen, waren selbst die Mitspieler des vermeintlich Gefoulten überrascht und wollten eigentlich weiterspielen. Eine Regelwidrigkeit war schlichtweg niemandem aufgefallen. Den fälligen Elfmeter nutzte Stefan Oerterer höchstpersönlich für die Gästeführung, die keineswegs widerspiegelte, was das Spiel her gab.

Es mag so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit gewesen sein, als zwei Minuten später auf Ecke für Hamm entschieden wurde. Es war durchaus zweifelhaft, ob da wirklich zuletzt ein Halterner Spieler am Ball war, aber niemand fragt im nachhinein mehr danach. Schon gar nicht David Loheider, der die Vorlage aus dem Getümmel heraus vom heute wieder äußerst agilen Patrick Franke bekam und aus kurzer Distanz abschloss.

Mindestens so überfällig wie wichtig war dieser Treffer kurz vor der Halbzeit. Ralf Schneider hätte in der 40. Minute sogar noch das Spiel frühzeitig drehen können, sein frecher Freistoßversuch von rechts landete aus spitzem Winkel aber nur auf der Latte.

Nach der Pause sorgte HSV-Innenverteidiger Aldin Kljajic für ein tiefes Raunen unter den Zuschauern. In der 49. Minute vertändelte er nämlich an der eigenen Torauslinie den Ball gegen Halterns Jannis Scheuch, der aber kein Kapital aus diesem Bock schlagen konnte. Drei Zeigerumdrehungen später machte es Hamms Angriffsabteilung deutlich besser. Ralf Schneider legte den Ball raus auf Pascal Schmidt, dessen Flanke in der Mitte unglücklich von einem Gästeverteidiger verlängert wurde, sodass David Loheider am langen Pfosten den Ball nur noch einnicken brauchte.

In der letzten guten halben Stunde begann ein Spiel, das von Hammer Seite "clever gemacht" war, wenn man sich an den Worten von Halterns Trainer Niemöller nach dem Spiel orientiert. Die größeren Ballbesitzanteile lagen eindeutig bei den Gastgebern und in den letzten zwanzig Minuten feierte nach einer gefühlt ewigen Wartezeit Winterneuzugang Florian Juka sein Pflichtspieldebüt für die HSV, als er für Pascal Schmidt eingewechselt wurde.

Die Nickligkeiten im Spiel nahmen mit dem Fortlaufen der Uhr immer mehr zu und fanden ihren Höhepunkt in einem Foul von Ralf Schneider an Halterns Torjäger Stefan Oerterer. In der Situation hatte Schneider Glück, dass es nicht einmal eine Gelbe Karte gab. Die wiederum holte sich Noel Below kurz darauf ab, aber der fällige Freistoß aus etwa 25 Metern vor dem Tor von Jarno Peters brachte genauso wenig ein, wie die zahlreichen langen Bälle, die Haltern immer wieder in den Gefahrenbereich vor dem Hammer Tor schlug.

Wie man lange Bälle erfolgreich verarbeitet, zeigte in der 80. Minute hingegen Sven Hozjaks Team. Jarno Peters mit einem langen Abschlag auf Mike Pihl, der setzte sich über rechts durch und brachte den Ball scharf vor das Halterner Tor, wo Ralf Schneider nur noch den Fuß so geschickt reinhielt, dass der Ball unhaltbar hinter TuS-Torwart Marcel Müller im Netz zappelte. Trotz des beruhigenden Zwei-Tore-Polsters arbeitete unsere Mannschaft konzentriert weiter und ließ auch die letzten zehn Minuten keine gefährliche Situation für das eigene Tor aufkommen.

Erst in der Nachspielzeit gelang Halterns Andre Koch ein durchaus sehenswerter Treffer. Allerdings stand er dabei knapp im Abseits, sodass es nicht zu einer kleinen Ergebniskosmetik auf Seiten der Gäste kam.

Spiel auf fussball.de ...

Am Sonntag gastiert des SV Lippstadt in der EVORA-Arena

Dass zwei Tage Regeneration nach einer 3:1-Niederlage nicht die Menge sind, hatte Magnus Niemöller für den TuS Haltern auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Hamm ausgemacht. Ob zwei Tage Regeneration nach einem 3:1-Sieg eventuell reichen, das werden unsere Jäuster uns bereits am Sonntag beweisen können. Um 15 Uhr gastiert dann der SV Lippstadt 08 in der EVORA-Arena. Ein Gegner, gegen den unsere HSV in der Vergangenheit meist alles andere als gut abgeschnitten hat. Von den letzten acht Ligaspielen konnte nur eins gewonnen werden. Das war am 15. August 2014 und gespielt wurde noch im altehrwürdigen Stadion Am Waldschlösschen in Lippstadt. Alle weiteren Partien entschied der SVL für sich. Ein Unentschieden gab es in diesem Zeitraum nicht.

Sollte das nicht Anreiz genug für unsere Mannschaft sein, dann bleibt immer noch der Blick auf die Tabelle. Es ist kaum zu glauben, aber die Lippstädter haben tatsächlich noch ein Spiel weniger ausgetragen als die Hammer und liegen fünf Punkte im Klassement hinter Sven Hozjaks Truppe. Bedeutet im Klartext: Mit einem Sieg kann die HSV einen möglichen Konkurrenten um die vorderen Ränge auf Abstand halten. Das ist aber nur ein kleiner Nebeneffekt, denn in den kommenden Wochen hat unsere Mannschaft durch die noch auszutragenden Nachholspiele die Chance, aus eigener Kraft sogar noch am Ende der Saison an die Tabellenspitze zu rücken. Dafür darf man aber erst einmal aber keine Punkte mehr liegen lassen, wenn man nicht auf Patzer der direkten Konkurrenz angewiesen sein will. Schwierig genug also dieses Unterfangen und deswegen bleibt für jeden in Hamm die Devise bestehen, dass von Spiel zu Spiel zu schauen der sinnvollste Weg ist. Und das nächste Spiel ist eben am Sonntag um 15 Uhr in der EVORA-Arena gegen den SV Lippstadt 08, wo es zusätzlich zu den drei Punkten für die HSV auch darum geht, endlich eine lange währende Serie einzureißen. tr

Veranstaltung auf Facebook ...

Hammer SpVg vs. SV Lippstadt LIVE bei sporttotal.tv ...

Nächstes Spiel: DERBY!

20182019SpieltagBannerDerby
Veranstaltung auf Facebook ...

Stadionmagazin

Stadionmagazin


Hauptsponsor

24nexx

Premium Partner

premium

Business Partner

business

Classic Partner

classic