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NRW-Liga vor dem Aus

101201Ligastruktur

Die Oberliga Westfalen wird wohl wieder eingeführt

Rhynern freut sich auf neues Zuhause – HSV träumt schon von Regionalliga
HAMM • Dass Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist, das ist allgemein bekannt. Aber dass auch gerade erst eingerichtete Ligen innerhalb kürzester Zeit schon wieder der Vergangenheit angehören, ist eher neu. So hatte die NRW-Liga, die die bisherigen Oberligen Nordrhein und Westfalen ersetzt, erst am 15. August 2008 unter großen Auflagen für die Vereine ihren Spielbetrieb aufgenommen. Doch nun steht sie schon wieder vor dem Aus – und es deutet alles darauf hin, dass die Oberliga Westfalen erneut eingeführt wird. „Der Beschluss einer fünfgleisigen Regionalliga beim 40. DFB-Bundestag Ende Oktober in Essen hat uns beschert, dass wir nun unter wahnsinniger Eile entsprechende Pläne entwickeln müssen“, erklärt Kreis-Schiedsrichter-Obmann Torsten Perschke, der Mitglied der neu ins Leben gerufenen Kommission Wettkampffußball (Fußballentwicklungsplan) ist. „Denn nach diesem Beschluss war uns klar, dass wir reagieren mussten.“

Die neue Regionalliga West wird in Zukunft ohne die Vereine aus dem Südwesten auskommen, so dass in dieser Liga der vierten Spielklassenebene demnächst nur noch Clubs aus Nordrhein-Westfalen vertreten sein werden.101201perschke Damit ist in den Augen des Verbandes die NRW-Liga nicht mehr nötig. „Wir hätten ja dann zweimal die gleiche Liga“, erklärt Perschke. Und da der Mittelrhein und der Nordrhein mit den Westfalen in Sachen fünfte Liga keine gemeinsame Sache machen wollten, ist die Wiedereinführung der Oberliga Westfalen nun das erklärte Ziel der Überlegungen.

Den westfälischen Clubs der Regionalliga, NRW-Liga und der beiden Westfalenligen wurden diese Pläne bereits in der vergangenen Woche präsentiert, in einer weiteren Tagung, der so genannten „Ständigen Konferenz“, am Donnerstag wird sich der Verband erneut mit der Ligenreform beschäftigen. Sollten die Pläne dann abgenickt werden, gehen sie ins Präsidium. Eine endgültige Entscheidung wird dann auf einem außerordentlichen Verbandstag fallen – allerdings bis spätestens April. Denn bis dahin müssen die Pläne der Umstrukturierung abgeschlossen sein, damit die Mannschaften für die neue Saison über die entsprechenden Auf- und Abstiegsregelungen informiert werden. „Das muss bis zum nächsten Sommer stehen, da die Saison 2011/12 eine Qualifikationsrunde ist“, sagt Perschke.

So können sich die Vereine aus der NRW-Liga im Mai 2012 schon einmal jetzt auf eine Aufstiegsflut freuen. Da die Südwest-Clubs aus der Regionalliga West rausfallen, wird diese mit den Teams aus der NRW-Liga bestückt. Perschke rechnet mit vier bis sechs Aufsteigern. Die frei werdenden Plätze in den beiden Oberligen Westfalen und Nordrhein werden dann mit Mannschaften aus den Westfalen- beziehungsweise Verbandsligen aufgefüllt.

Damit es in den Landesligen, in denen es nur noch vier anstatt fünf Staffeln geben wird, und auch in den Bezirksligen, deren Zahl von 15 auf zwölf reduziert wird, nicht zu Massenabstiegen kommt, könnten die Ligen auf 18 Mannschaften aufgestockt werden. Problematisch wird es allerdings für die 46 westfälischen Meister der A-Kreisligen, die dann nicht mehr automatisch in die Bezirksliga aufsteigen werden. Hier wird es wohl in den kleineren Kreisen zu Entscheidungsspielen zwischen den Erstplatzierten kommen.

Der SV Westfalia Rhynern könnte sich mit einer derartigen Regelung sehr gut anfreunden, denn in den Augen des Vorsitzenden Willi Lütkhoff wäre die Oberliga Westfalen eine maßgeschneiderte Spielklasse für die Elf vom Papenloh. „Diese Liga wird wohl unser Ziel sein, wenn wir unsere Rahmenbedingungen danach ausrichten können“, sagt Lütkhoff, der sich aber gleichzeitig über die Umstrukturierung ärgert: „Durch diese ständigen Änderungen wird den Leuten doch die sportliche Bedeutung der Ligen gar nicht deutlich. Da kann doch keiner das Gefühl dafür entwickeln, wie spielstark die einzelnen Ligen sind.“

Bei der Hammer SpVg stieß die Neuordnung auf offene Ohren, scheint der Weg durch die Oberliga Westfalen in Richtung Regionalliga weitaus leichter als durch die NRW-Liga. „Natürlich müssen wir erst einmal unsere Hausaufgaben in der Westfalenliga machen. Aber sicher prüfen wir dann, wie wahrscheinlich es für uns sein kann, die Regionalliga in Angriff zu nehmen. Es sieht aus, als wäre das überschau- und auch greifbarer für uns“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Jens Heusener. –pad

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