Vor dem Duell mit TuS Ennepetal

Kategorie: Erste Mannschaft
Veröffentlicht am Samstag, 24. August 2019 21:17

181946838 deljiu 20AnpsHFeeSo hat die Hammer SpVg die Pleite in Rheine aufgearbeitet

Für die Hammer SpVg soll es am Sonntag gegen den TuS Ennepetal mit dem ersten Saisonsieg in der Fußball-Oberliga klappen. Nach der in Teilen desaströsen 0:5-Klatsche bei Eintracht Rheine wird das keine leichte Aufgabe für die Truppe von Trainer René Lewejohann.

Hamm – Ein Trainer, der mit ansehen muss, wie sich seine Mannschaft mehr oder weniger widerstandlos in eine 0:5-Klatsche fügt, hat gemeinhin zwei Möglichkeiten: seine Akteure verbal zu attackieren oder mit ihnen sachliche Aufarbeitung zu betreiben. René Lewejohann von der Hammer SpVg hat sich vor dem Heimspiel in der Fußball-Oberliga gegen den TuS Ennepetal am Sonntag (15 Uhr, Rasenplatz im Hammer Osten) für Letzteres entschieden, um die Klatsche bei Eintracht Rheine schnellstmöglich abzuhaken. „Wenn ich nach zwei Spieltagen anfange, draufzuhauen, kannst du die Jungs komplett in die Tonne kloppen“, hegt Lewejohann Zweifel an der Wirksamkeit der brachialen Methode.

Er entschied sich darum für die sachliche, geordnete Variante, auch wenn er nicht im Detail erklärt, wie genau sie aussah. Was aber nichts daran ändert, dass der Frust über die Art und Weise, wie sich die HSV in Rheine präsentierte, unverändert tief sitzt. „Bei der Eintracht haben viele Sachen gut geklappt, sie hat einen perfekten Tag erwischt – und wir einen ganz schlechten“, sagt der 35-Jährige.

Rheine soll für die Hammer SpVg ein "einmaliger Ausrutscher" bleiben
Er ergänzt: „Mit dem ersten Gegentor haben wir den Faden verloren. Mir ist immer ganz wichtig, wie du verlierst. Und das ‘Wie’ war nicht gut.“ Unter dem Strich hofft der Coach aber, dass sich das Desaster von Rheine als heilsamer Schock erweist. „Ich verliere lieber einmal 0:5 als fünfmal 0:1“, bemüht Lewejohann eine Binsenweisheit. Die Trainingswoche jedenfalls sei „sehr engagiert“ verlaufen: „Die Jungs wollen zeigen, dass das ein einmaliger Ausrutscher war.“

Dem jungen und – und wie die ersten beiden Punktspiele gezeigt haben – noch labilen HSV-Team könnte entgegen kommen, dass der eine oder andere Beobachter gegen Ennepetal nicht unbedingt mit einer Überraschung durch die Hammer rechnen dürfte. Denn der TuS ist mit zwei Siegen in die Saison gestartet, während die HSV noch auf ihren ersten Erfolg wartet.

„Wir gehen in fast jede Partie als Außenseiter“, betont der Trainer in Anspielung auf seinen arg durchgemischten Kader. Allerdings misst er der Tatsache, dass die Ennepetaler als Spitzenreiter anreisen, zu diesem frühen Zeitpunkt in der Serie noch keine große Bedeutung bei. „Nach dem zweiten Spieltag über Tabellenkonstellationen zu reden, ist völliger Schwachsinn“, bekräftigt Lewejohann.

Trainer Lewejohann: Punkte "gegen den Abstieg"
Und auch, wenn er Respekt vor seinem Trainerkollegen Alexander Thamm hat („Er hat ein gutes Gefühl dafür, seine Mannschaft einzustellen, was ein Stück weit erfolgsversprechend ist.“), sieht er seine Elf am Sonntag nicht chancenlos, denn: „Ennepetal zeigt nicht den schönsten Fußball, ist aber effektiv. Der TuS legt viel Wert auf Standards, hat großgewachsene Akteure in seinen Reihen.“

Auf Kampfkraft allein sollen sich die Hammer dennoch nicht verlassen. „Denn das gehört in jeder Begegnung dazu“, versichert Lewejohann: „Wichtig ist vor allem, kompakt zu stehen, das eigene Tor zu verteidigen und aus einer geordneten Defensive heraus nach vorne zu agieren.“

So will der Trainer im besten Fall aus HSV-Sicht nicht nur den ersten Saisonsieg einfahren, sondern vor allem verhindern, dass die Mannschaft gleich wieder in ähnlich ungemütliche Regionen rutscht wie in der vergangenen Spielzeit, als die Rot-Weißen erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt sicherten. „Alle Punkte, die wir jetzt sammeln, sind zunächst gegen den Abstieg und für den Kopf“, macht Lewejohann deutlich. Christian Müller

Quelle: Westfälischer Anzeiger