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DFB-Pokal-Wettbewerbe

Pokal-Überraschung trotz starkem Auftritt ausgeblieben

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HSV unterliegt dem SC Verl knapp mit 2:3 (1:1) und verabschiedet sich aus dem Verbandspokal

Trotz einer starken kämpferischen Leistung konnte die Hammer Spielvereinigung am Ende nicht den Einzug in die dritte Runde des Westfalenpokals feiern und verpasste eine Pokal-Überraschung. Der Regionalligist SC Verl behielt auf dem tiefen Boden in der EVORA-Arena knapp mit 3:2 die Oberhand. Dass es dennoch ein Spiel wurde, das man sicherlich noch eine Weile in Erinnerung behalten wird, ist nicht zuletzt auch den Ereignissen in der 76. Minute geschuldet. Aber davon später mehr.

Trainer Ferhat Cerci setzte entgegen aller Erwartungen voll auf Offensive. Vor Mittelstürmer Jochen Höfler spielten Danny Radke, Yakup Köse, Dennis Mooy und Roman Maciejak so offensiv, dass man denken konnte, die Hammer Spielvereinigung wäre das klassenhöhere Team. In der Praxis sah das aber zunächst anders aus. Verl drückte und holte Ecke und Ecke heraus, aber Gefahr brachte dies für das Tor von Manuel Lenz nicht.

Dagegen versuchten vor allem Danny Radke und Roman Maciejak, das Spiel immer wieder schnell nach vorne zu bringen. Der polnische Stürmer fehlte fünf Monate wegen Verletzung und spielte gestern zum ersten Mal wieder von Beginn an. Und es war so, als wäre er nie weg gewesen. Immer wieder brachte er die Verler Abwehr mit ihren großen, kantigen Spielern in Verlegenheit und nährte damit die Hoffnung, dass das Angriffsspiel der Hammer in den nächsten Wochen wieder mehr Überraschungsmomente bekommt.

Verls Trainer Andreas Golombek musste dann schon nach 22 Minuten verletzungsbedingt wechseln. Aliosman Aydin kam für Hamadi Al Ghaddioui und diese Umstellung brachte deutlich mehr Schwung in die Angriffe der Ostwestfalen.

Erstmalig wurde es für Manuel Lenz zwei Minuten später gefährlich. Ein Freistoß des stärksten Verlers Matthias Haeder wurde aber vom Hammer Torwart stark pariert. Und als nach 28 Minuten der Sohn des ehemaligen HSV-Trainers Rene Hecker, Nico, den Ball aus einem Getümmel heraus in die Maschen donnerte, dachte wohl fast alle Zuschauer, die Dinge würden nun ihren erwarteten Lauf nehmen.

Doch die Mannschaft der HSV dachte gar nicht daran, sich kampflos zu ergeben und zeigte Moral und Willen. Belohnt wurde dies schon fünf Minuten später, als Danny Radke wunderbar zurück in den freien Raum auf Dennis Mooy ablegte, der den Ball aus gut 18 Metern flach ins Verler Tor hämmerte.

Der Regionalligist musste sich sichtlich schütteln. Und als Danny Radke mit einem raffinierten Freistoß Verls Torwart Jonathan Mellwig prüfte, war Trainer Andreas Golombek klar, dass seine Mannschaft mit halber Kraft nicht in die nächste Runde einziehen würde.

Vor der Pause hatte Aydin noch die Führung auf dem Kopf, aber unbedrängt köpfte er am leeren Tor vorbei. Danach war Pause und beide Teams konnten sich neu sortieren.

Während Ferhat Cerci den jungen Nils Kisker für Serafettin Sarisoy brachte, kam der Regionalligist unverändert aus der Kabine, legte nun aber einen höheren Gang ein. Und als nach 57 Minuten Matthias Haeder den Ball ins linke Eck schoss, schien das Spiel endgültig zugunsten der Verler gelaufen zu sein.

Aber wieder hatten alle die Rechnung ohne die HSV gemacht. Nachdem Aydin und Geisler in der 69. Minute noch die Entscheidung verpassten, schien das 1:3 nur eine Frage der Zeit. Doch dann brach eben die schon erwähnte 76. Minute an und es begannen jene kuriosen Szenen, von denen man noch einige Zeit sprechen wird.

Nach einem Zweikampf blieb Danny Radke am gegnerischen 16er leicht benommen liegen. Allerdings pfiff der gute Schiedsrichter Holzenkämpfer nicht und so spielte ein Verler den Ball ins Aus. Nachdem Radke sich wieder aufgerappelt hatte, wurde der Ball von den Hammern fair zum Verler Torwart zurückgespielt. Doch Danny Radke war wohl doch noch nicht ganz bei sich und sprintete dem Ball hinterher, erreichte ihn und schob ihn unter ungläubiger Beobachtung der erstaunten Zuschauer in den Kasten. Da den Regeln nach keine Mannschaft einen Anspruch auf die Rückgabe des Balles hat, musste Schiedsrichter Holzenkämpfer den Treffer anerkennen. Dass Radke im Moment des Zuspiels in Richtung Torwart sogar noch deutlich im Abseits stand, hatte der sicherlich ebenfalls verwunderte Schiedsrichterassistent übersehen. So stand es also plötzlich 2:2, jedoch ohne Jubel und Tormusik.

Den daraufhin entstehenden Tumult beendeten die Gastgeber schnell, in dem sie nach dem Anstoß Aliosman Aydin ungestört durchlaufen ließen und dem Regionalligisten so wieder die Führung ermöglichten. Danny Radke entschuldigte seinen Blackout später damit, dass er von dem Zusammenprall im vorausgehenden Zweikampf noch benommen war und die Situation komplett falsch eingeschätzt hatte. Als Trainer Andreas Golombek später erklärte, dass er Danny Radkes Entschuldigung akzeptiert hatte und das „zurückgegebene“ Tor als große Fair-Play-Geste der Gastgeber lobte, war die Eskapade für die Akteure auch schon fast wieder vergessen.

Die Hammer Spielvereinigung warf nun nochmal alles nach vorne und glaubte sichtlich weiterhin an ihre Chance. Doch Verl spielte die Zeit routiniert runter und so endete ein hochinteressantes Spiel, das der Favorit verdient gewonnen und in dem sich HSV-Trainer Ferhat Cercis Mannschaft gegenüber den letzten Auftritten deutlich verbessert präsentiert hatte.

Der SC Verl steht damit im Viertelfinale des Verbandspokals und trifft dort auf den Westfalenligisten Delbrücker SC. Die Hammer Spielvereinigung verabschiedet sich dagegen aus dem Wettbewerb und kann sich nun voll auf die Oberliga konzentrieren. Dort tritt sie schon am kommenden Freitag um 19 Uhr im vorgezogenen Meisterschaftspiel beim nächsten Favoriten an, dem SV Lippstadt. ms

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