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HSV zieht in die zweite Runde ein - Souveräne Vorstellung beim 3:1-Erfolg in Gievenbeck – Rot für Aktas

MÜNSTER • Als es in die Nachspielzeit ging, wurde Holger Wortmann doch noch unruhig. 90 Minuten lang hatte der Coach des Fußball-Westfalenligisten Hammer SpVg die Partie seines Teams beim 1. FC Gievenbeck relativ entspannt verfolgt. Doch jetzt hielt es ihn nicht mehr auf der Bank. „Löschen, löschen“, wies er immer wieder seine Spieler an, den Ball aus der Gefahrenzone, sprich dem eigenen Strafraum, zu befördern, ehe er mit dem Schlusspfiff erlöst wurde.

Schnurstracks rauschte er nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg im Erstrundenspiel des DFB-Pokals auf Landesebene in Richtung Kabine. Zur Beruhigung. Zum Sammeln. „Wir sind in keiner Phase des Spiels richtig in Bedrängnis gekommen“, lobte Wortmann später, als sich sein Puls wieder Normalwerten angenähert hatte. „Allerdings haben wir 15 Minuten gebraucht, um richtig reinzukommen. Aber jeder hat gesehen, dass wir konditionell auf der Höhe sind.“

Und das, obwohl die HSV 50 Minuten lang in Unterzahl agieren musste, weil Semih Aktas sich nach 40 eine Rote Karte eingehandelt hatte. „Das ist natürlich ein Wermutstropfen auf unserer ansonsten guten Leistung“, befand Wortmann, der den wiederholt zu ungestümen Offensivmann aber in Schutz nahm. „Sowohl Semih als auch unser Co-Trainer Mano Zielinski haben mir versichert, dass er nichts gemacht hat. Deshalb glaube ich das.“ Nach Rücksprache mit seinem Assistenten hatte der Unparteiische Marc Frömel aus Ibbenbüren Aktas den roten Karton gezeigt, weil dieser ein Revanchefoul begangen haben soll. „Dennoch ist das eine nicht logische Konsequenz“, ärgerte sich der HSV-Coach. „Denn fünf Minuten vorher hatte Semih eine überragende Aktion – da muss er souveräner sein.“

Die angesprochene Offensiv-Tat von Aktas war allerdings allein schon ihr Geld wert. Aus gut 30 Metern und mit vollem Risiko hatte er den Ball direkt in den Winkel des Westfalenliga-Aufsteigers gedroschen und damit für die verdiente Führung seiner Mannschaft gesorgt. Glück für die HSV, dass Kevin Lanzendörfer nur zwei Minuten nach der Roten Karte mit seiner zweiten Großchance – die erste hatte er nach neun Minuten volley am Tor vorbei gesetzt – den Vorsprung auf 2:0 ausbaute. Den Gastgebern war so noch vor der Pause der Elan genommen, und die Hammer konnten beruhigt in den zweiten Durchgang gehen.

Und auch in dem blieb das Wortmann-Team die Spiel bestimmende Mannschaft, geriet nur einmal in Gefahr, als Felix Backszat einen Klärungsversuch direkt vor die Füße von Fabian Leifken legte, der den Ball aber am leeren Tor vorbei schoss (59.). Zwei Minuten später verpasste Markus Krawietz die endgültige Entscheidung, als er Keeper Schulze-Marmeling den Ball frei stehend vor die Brust schoss. Was sich aber nicht rächte, weil der Kopfballtreffer durch Jens Könemann zum 2:1 (75.) die einzige torgefährliche Aktion der Gastgeber blieb – bis zum Schluss. Auf der anderen Seite erhöhte der eingewechselte Christoph Blesz kurz vor Schluss sogar noch auf 3:1 (90+3). „Läuferisch und vom Einsatz her war das schon richtig gut“, lobte HSV-Kapitän Alexander Thiele, und Innenverteidiger Sven Dyballa ergänzte, dass „das ordentlich war, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir über 45 Minuten in Unterzahl gespielt haben“. güna

Gievenbeck: Schulze-Marmeling – Pieroth (84. Dirksen), Westphal, Heinrich, H. Könemann (68. Wellermann) – Knemeyer, Bonnekessel, Berkam (56. Daldrup), J. Könemann – Fromme – Leifken

Hammer SpVg: Nowak, Kaminski, S. Dyballa, Thiele, Senger – Aktas, M. Dyballa, Öztürk, Lanzendörfer (66. Fiore) – Backszat (89. Blesz), Krawietz (82. Metin)

Schiedsrichter: Marc Frömel (Ibbenbüren)

Zuschauer: 120

Tore: 0:1 Aktas (35.), 0:2 Lanzendörfer (42.), 1:2 J. Könemann (75.), 3:1 Blesz (90+3)

Rote Karte: Semih Aktas (40., Revanchefoul)

Gelbe Karten: Bonnekessel, Knemeyer – Öztürk, Fiore, Lanzendörfer


Quelle: Westfälischer Anzeiger

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