Zum Anfang

HSV-Historie

Preußen vorerst aus dem Titelrennen geworfen

Die HSV wankte kurz, fiel aber nicht - 16. Dezember 1984 (Hammer SpVg - Preußen Münster) -

Preußen vorerst aus dem Titelrennen geworfen
Verdienter 3:1 (2:0) Erfolg über Münster / Überragender Kriar scheiterte sogar noch mit FE an Mester
Die Fußballer der Hammer SpVg können jetzt beruhigt in die Weihnachtspause gehen. Gestern schlugen die Itzek –Schützlinge vor fast 2.000 Zuschauern im Mahlbergstadion im vorgezogenen ersten Oberliga-Rückrundenspiels den SC Preußen Münster verdient mit 3:1 (2:0). Durch diesen Erfolg rückte die HSV mit 17:19 Punkten auf den 8.Tabellenplatz vor. Der Abstand zu den beiden Abstiegsplätzen beträgt bereits 6 Punkte. Die Münsteraner schieden mit dieser Niederlage bei 13 Minuspunkten vorerst aus dem Titelrennen aus. Die Rot Weißen boten dem eigenen Anhang wieder einmal eine starke kämpferische Leistung.
Und über den Kampf findet die HSV nun schon seit einigen Wochen auch zu bisher unbekannten spielerischen Qualitäten. Schon zur Pause lagen die Gastgeber durch Tore von Rachid Belarbi (22.) und Hansi Kriar (30.) schon 2:0 in Führung. Der Vorsprung hätte sogar höher ausfallen können. Kriar scheiterte nach 13 Minuten mit einem Foulelfmeter an Mester. Lediglich zu Beginn der 2.Hälfte hatte die HSV einige bange Minuten zu überstehen. Vor allem, als Tschiskale (57.) der Anschlusstreffer gelungen war und Jan Hubiak nur 2 Minuten später eine Zeitstrafe erhielt. Die Preußen besaßen in dieser Phase einige gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Die Moral war allerdings gebrochen, als Ralph Oberdiek (67.) das zweite Geschenk von Schluß-mann Mester zum 3:1 ausnutzte.
 
Überragender Mann der Hammer Spielvereinigung war erneut Hansi Kriar. Trainer Itzek setzte ihn diesmal wieder als Spitze ein. Der Ex-Neuhäuser war an allen Treffern beteiligt. Beim 1:0 in der 22. Minute flankte er von rechts. Der schwache Schlussmann Mester verpasste das Leder und Rachid Belarbi konnte ohne Mühe einschieben – übrigens der zweite Saisontreffer des ehemaligen Westtünners. Das 2:0 (30.) erzielte Kriar selbst. Sehenswert, wie er mit einer kurzen Körpertäuschung gleich zwei Münsteraner im Strafraum versetzte und quasi aus dem Stand den Ball in das rechte Dreieck „donnerte“. Zum entscheidenden 3:1 durch Oberdiek leistete Kriar wieder die Vorarbeit. Seinen Flankenball – fast von der Torauslinie – konnte Mester nur abklatschen. Oberdiek war zur Stelle und schoß das Leder in die Maschen. Da konnte es Trainer Itzek seinem Torjäger natürlich leicht verzeihen, dass er den Foulelfmeter nach 13 Minuten so kläglich ver-geben hatte. Helfenbein war von Uwe Pieper im Strafraum gerempelt worden. Kriar schoß den Strafstoß sehr schwach und fast genau auf Mester.

Aber diesmal waren es nicht die „alten“ Kicker der HSV, die den Sieg sicherten. Stark spielten auch Olaf Borkmann und Ralph Oberdiek, die etliche Meter im Verlauf der Partie machten. Auch Lutz Helfenbein hatte Franz-Josef „Scotty“ Pieper recht gut im Griff. Das der „eisenharte“ HSV-Verteidiger technisch nicht viel „drauf“ hat, ist allgemein bekannt. Daher sieht er oft in Zweikämpfen recht unbeholfen aus, wenn er foul spielt. In der 85.Minute erhielt er nach 2 Attacken in Folge wie Hubiak eine Zeitstrafe. Einen sicheren Eindruck hinterließ diesmal auch wieder Karl-Heinz Zielinski. Er gewann den Vergleich gegen Ralf Mester um Längen, weil er gestern auch sehr fangsicher war. In der 1.HZ wurde er kaum beschäftigt. Lediglich nach 25 Minuten musste er gegen den frei durchgelaufenen F.J.Pieper retten. Die zweite gute Chance für die Preußen vor dem Seitenwechsel vergab Tschiskale kurz zuvor. Er schoß knapp am rechten Pfosten vorbei.

Auf der Gegenseite hatte Kriar (41.) sogar noch das 3:0 auf dem Fuß. Bei dieser Aktion reagierte Mester aber einmal großartig und drehte den Ball noch mit den Fingerspitzen um den linken Pfosten.

Nach dem Seitenwechsel kam dann der erwartet große Ansturm des SC Preußen Münster. Viele HSV-Anhänger hatten in dieser Phase die Befürchtung, dass ihre Mannschaft die Partie noch verlieren könnte. Nacheinander vergaben Tschiskale, Alkan und F.J.Pieper sogenannte hundertprozentige Möglichkeiten. In der 57.Minute fiel der verdiente Anschlusstreffer. Libero Rainer Leifken trat nach einer hohen Flanke über den Ball. Tschiskale war zur Stelle und überwand Zielinski. Der Preußen-Torjäger verletzte sich bei dieser Aktion und musste wenig später ausgewechselt werden. Als dann Jan Hubiak nach einem Foul an U.Pieper für 10 Minuten des Feldes verwiesen wurde, sah es ganz böse für die HSV aus. Doch mit Glück und hohem kämpferischen Einsatz überstanden die Rot Weißen diese kritische Phase. 4 Minuten später hatten aber auch die Preußen nur noch 9 Feldspieler auf dem Platz. U.Pieper durfte nach einem Foul an Belarbi ebenfalls 10 Minuten zuschauen.

Eine kuriose Szene gab es nach 69 Minuten, als die Zeitstrafe von Hubiak abgelaufen war. Lothar Itzek brachte Horst Krause für Hubiak, der sich längst den Trainingsanzug angezogen hatte. Ralph Oberdiek, der sich vorher leicht verletzt hatte, dachte wohl, er müsste vom Platz gehen, zumal das auch der Stadion-sprecher bekannt gab. Langsam ging Oberdiek um das halbe Spielfeld herum, bis Trainer Itzek ihn nach 3 Minuten „Auszeit“ darauf aufmerksam machte, dass er Jan Hubiak ganz herausgenommen hatte. Itzek wollte kein Risiko eingehen, zumal sich Hubiak eine Rückenprellung zugezogen hatte.

Nach dem 3:1 geriet der Sieg der Hammer nicht mehr in Gefahr. Die Platzherren hatten bei den zahlreichen guten Konterchancen sogar noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können. Die Preußen steckten zwar nie auf, hatten aber nach dem Ausscheiden von Tschiskale im Angriff keinen gefährlichen Stürmer mehr.

Mareczek war sauer - Trainerstimmen
Ein strahlender HSV-Trainer Leo Itzek: „Unsere 2:0 Führung war in der ersten Halbzeit nicht nur auf Grund unseres großen kämpferischen Einsatzes, sondern auch wegen der spielerischen Vorteile verdient. Es war sogar ein 3:0 drin. Nach dem Seitenwechsel musste Münster zwangsläufig kommen. Nach dem Anschlusstreffer von Tschiskale haben wir gewackelt und gewankt. Als wir aber das 3:1 erzielt hatten, da kehrte wieder Ruhe ein. Wir hatten danach noch gute Einschußmöglichkeiten, um mindestens auf 4:1 zu er-höhen. Die gesamte Mannschaft hat hervorragend gespielt. Trotz des verschossenen Elfers war Heiner Kriar der beste Spieler.

Preußen-Trainer Ernst Mareczek, der sich beim Abgang zu den Kabinen von den enttäuschten Fans aus Münster „Mareczek-Raus-Rufe“ gefallen lassen musste, reagierte auf Itzeks Worte sauer: „ Ich muß wohl auf dem falschen Platz gewesen sein. In der 1.HZ haben die Hammer zwar ein gutes Steilpasspiel aufge-zogen, aber beide Treffer entsprangen zwei krassen Fehlern. (Anmerkung der Redaktion: Tore fallen fast ausschließlich nach Fehlern)

Mareczek erwähnte ferner, dass er mit seiner Mannschaft zu Beginn der 2.HZ „Alles-oder-Nichts“ gespielt habe. „Da boten sich uns so viele Chancen, das wir wenigstens den 2:2 Ausgleich – wenn nicht gar noch mehr – hätte schaffen müssen. Dann musste Uwe Pieper für 10 Minuten vom Platz. (Anmerkung der Redaktion: Zur gleichen Zeit brummte auch Hubiak eine Zeitstrafe ab)
Ernst Mareczek gab indirekt doch zu, dass der HSV-Sieg verdient war, weil er nämlich sagte: „Der Hammer Erfolg ist um ein Tor zu hoch ausgefallen“. Er haderte vor allem mit Libero Tusch und den schwachen Spitzen.

HSV: Zielinski - R.Leifken - Helfenbein - Otte - Hubiak (69. Krause) - U.Leifken - Oberdiek - Pohlmann - Borkmann - Belarbi - Kriar
MS: Mester - Tusch - Kleiner (40. Rinke) - Rohnke - U.Pieper - Tillmann - Schilling - Konrad - Alkan - F.J.Pieper - Tschiskale (68. Leifeld)
SR: Schnippe (DJK Altenrheine)

Zuschauer: 1.867 zahlende


Tore: 1:0 (22.) Belarbi 2:0 (30.) Kriar 2:1 (57.) Tschiskale 3:1 (67.) Oberdiek

GK: Oberdiek - U.Pieper, Tillmann, Alkan
10-min.-Zeitstrafe: 59. Hubiak 85. Helfenbein - 63. U.Pieper

Nächstes Spiel

20172018SpieltagBanner
Veranstaltung auf Facebook ...

HSV-Stadionmagazin

Stadionmagazin


Hauptsponsor

EVORA

Premium Partner

premium

Business Partner

business

Classic Partner

classic