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HSV-Historie

Deutsche Amateurmeisterschaft

18.05.1968: FC Rastatt 04 - Hammer SpVg
Vor 41 Jahren spielte die HSV das einzige Mal in der Endrunde zur Deutschen Amateurmeisterschaft mit. Da man in 2 legendären Endspielen um die Verbandsligameisterschaft dem SVA Gütersloh letztendlich unterlegen war, konnte man sich wenigstens gegen den anderen VL-Zweiten VfL Schwerte (mit dem späteren 6-maligen Nationaltorhüter Wolfgang Kleff) mit 1:2 und 8:3 n.V. durchsetzen und traf in der 1. Runde auf den südbadischen FC Rastatt 04.

Die Amateurmeisterschaft wurde in Hin- und Rückspielen ausgetragen; und nachdem die HSV im Achtelfinale Rastatt mit 5:0 und 1:0 ausschaltete, wurde im Viertelfinale der VfB Kiel mit 5:1 und 1:1 bezwungen. Nun kam es im Halbfinale zum Spiel gegen Wacker München, und nachdem man das Hinspiel zu Hause deutlich mit 0:3 verlor, kam es im Rückspiel zu einem legendären und letztendlich nicht reichendem 3:2 Sieg, wobei ein Linienrichter aus München (!!) das 4:1 als Abseitstor anzeigte. Der WAK sprach von einer krassen Fehlentscheidung. Schade, das Endspiel wurde knapp verpasst (Sieger wurde am Ende der VfB Marathon Remscheid – 5:3 n.V.), aber wenigstens konnte man sich nach der Hinspielniederlage bei den damals sehr zahlreich kommenden Zuschauern rehabilitieren. Kamen gegen Schwerte, Rastatt und Kiel jeweils 6.000 Zuschauer, wurde diese Zahl gegen München noch getoppt – es waren am Ende 10.000. Heute eigentlich kaum vorstellbar.
WAK, vom 18.05.1968 (FJB)

Ein alter HSV-Wunsch wird endlich wahr
Hammer spielen um die Meisterschaft der Amateure – Morgen beim FC Rastatt 04
Als die Mannschaft der HSV vor 2 Jahren Meister der VL-Gruppe 1 wurde, waren es nicht wenige im HSV-Lager, die lieber gesehen hätten, der Vorstand würde sich für eine Teilnahme an der Dt. Amateurmeisterschaft entscheiden. Selbst Vorsitzender Mahlberg zählte lange zu denen, die für einen Verzicht auf den Regionalliga-Aufstieg waren. In diesem Jahr wird für sie, aber auch für all die anderen, ein großer Wunsch wahr. Die Hammer Mannschaft gehört zu den 16 Klubs in Deutschland, die sich um den Amateur-Titel bewerben. Sonntag bestreitet die HSV-Mannschaft beim FC Rastatt 04 ihr erstes Vorrundenspiel zur Dt. Meisterschaft.

14 Spieler rollen schon auf Bundesbahn-Rädern in Richtung Süden, wenn unsere Leser die Zeitung auf-schlagen: Ullrich, Ciesielski, Schmidt, Eitzert, Maslowski, Jonsson, Clement, Coßmann, Menzel, Kurrat, Siefert, Hellwig, Ahrens und Fischer. Gestern sah es so aus, als könnte Ahrens nicht mit auflaufen. Auch Fischer wird wohl nur Zuschauer in Rastatt sein. Nach dem Konditionswunder vom letzten Sonntag – 8:3 n.V. gegen VfL Schwerte – darf man im Hammer Lager optimistisch sein, die Runde der letzten 8 zu erreichen. Allerdings ist der Südbaden-Vizemeister nicht nach seinen Vorgänger zu beurteilen. Er ist eine gerade erst nach vorn gestoßene und deshalb sehr hungrige Mannschaft. Abwehrstärke wird den Badenern nachgesagt, auch Kampfkraft.

Ich kenne nicht die Rastätter Elf von heute, ich sah sie zuletzt vor fast 6 Jahren und habe die Gelb-Schwarzen als spiel- und kampffreudig, aber sehr anständig spielende Mannschaft in Erinnerung. Die HSV darf mit Selbstvertrauen an ihre Aufgabe herangehen. Hochmut wäre allerdings genau das Falsche!
WAK, vom 20.05.1968 (Roland Adler)


FCR: Bauer – Mack – Felsner – Sievers – Springer – H. Neuberth (69. W. Neuberth) – Sutter – Bühler – Gmeiner – Oberle – Ganther
HSV: Ullrich – Schmidt – Jonsson – Eitzert – Maslowski – Coßmann – Clement – Menzel – Kurrat – Siefert – Hellwig (61. Philipp)
Tore: 0:1 (62.) Menzel, der von Clement mustergültig bedient wurde, seinen Bewacher Felsner aussteigen ließ und Bauer mit einem halbhohen Schuss aus 8m Entfernung keine Abwehrchance gab.
Zuschauer: 3.000
SR: Bien (Ruppertsberg – Pfalz)



HSV in Rastatt nicht hart geprüft - Nur knapp 1:0 (0:0) - aber sehr sicher
Erste Hürde in der Amateurmeisterschaft übersprungen - Entscheidung durch Menzels Tor
Zu einem verdienten 1:0 kam Westfalens Vertreter, die HSV, im Vorrunden-Hinspiel um die Meisterschaft der Fußball-Amateure vor 3.000 Z. beim Südbadischen Vizemeister FC Rastatt 04. Die Hammer waren schneller, technisch und körperlich überlegen und hatten weitaus mehr vom Spiel, als die im Sturm zu drucklos operierenden Südbadener. Das entscheidende Tor fiel in der 62. Min. durch Rechtsaußen Menzel. Dennoch wäre es verfehlt, den südbadischen Vertreter zu kritisieren. Er gab, was er gegen diesen routinierten Gegner geben konnte. Das auf den Rängen des Münchfeldstadions keine echte Stimmung aufkommen wollte, lag daran, dass die Rastatter kaum eine reelle Chance herausarbeiteten. Im Sturm spielte Südbadens Vizemeister ohne Zusammenhang und Selbstvertrauen.

Die Rastatter schienen von Beginn an zu viel Respekt vor dem Westfalenvertreter zu haben. Sie legten gesteigerten Wert auf eine verstärkte Deckung und beorderten den als Linksaußen nominierten Hansi Neuberth sofort zurück. Auch Außenläufer Ganther war fast ausschl. mit Deckungsaufgaben belastet. So fehlte dem Rastatter 4-Mann-Sturm die Unterstützung, die er gebraucht hätte, um gegen die schlagsicheren, kopfballstarken und schnelleren Abwehrleute um Libero und Kapitän Maslowski zur Geltung zu kommen. Jedenfalls war die Abwehr mit Eitzert und Schmidt als stärksten Spieler stets Herr der Situation.Tw Ullrich wurde kaum einmal geprüft, leistete sich allerdings in diesen seltenen Szenen einige Unsicherheiten.

Der Sturm der HSV lebte von den Ideen des früheren Herners Clement, über den fast jeder Angriff lief. Clement hatte keinen direkten Gegenspieler und nutzte dies weidlich aus. Allerdings waren die Sturmspitzen Kurrat, Menzel und Siefert gut bewacht, so dass sich Clements Vorarbeit nicht entscheidend auszahlte. Die beiden Kleinen in der Mitte, Kurrat und Siefert, hatten dazu noch vor der Pause, viel Schusspech.

Die Rastätter hatten ihre stärksten Spieler in der Abwehr. Allen voran ist Tw Bauer zu nennen, der i.d. 1.HZ 2-mal glänzend parierte bei Schüssen von Siefert und Kurrat. In der 79. Min. hatte er allerdings Glück, dass Kurrat nur den Pfosten traf. Die Junioren Mack und Springer lösten ihre Aufgabe glänzend. Mack ließ Hellwig und später Philipp wenig Spielfreude. Springer steigerte sich nach nervösem Beginn und wurde durch seine Übersicht zum großen Halt der Rastatter Abwehr. H. Neuberth löste seine Aufgabe bis zu seinem Ausscheiden glänzend. Kapitän Sievers war der einzige, der die Kraft fand, seinen Sturm anzutreiben – allerdings ohne großen Erfolg. Sutter – schwächster Stürmer, Bühler, Gmeiner und Oberle hatten gegen die cleveren Hammer Abwehrspieler einen schweren Stand und wussten sich nur selten gut in Szene zu setzen.

Die Rastatter gingen mit einem glücklichen 0:0 in die Pause. Die HSV diktierte das Spiel, aber seine Schussstiefel schien der frühere Regionalligist zu Hause gelassen zu haben. Siefert und Kurrat hatten mehrfach das 0:1 auf dem Fuß, aber sie verfehlten mit ihren Schüssen das Tor oder scheiterten an dem großartigen Bauer. In der 13. Min. reagierte Bauer richtig, als Kurrat plötzlich allein vor ihm aufkreuzte und sofort wuchtig schoss. Seine größte Leistung brachte Bauer wenig später, als er bei einem tollen Schuss Sieferts in die richtige Ecke flog und den Ball ins Feld zurückfaustete. Rastatt hatte vor der Pause nur eine, allerdings ganz große Gelegenheit, aber Bühler schoss den Ball i.d. 30. Min. nach glänzendem Zuspiel mit Sutter und Gmeiner am herauslaufenden Tw Ullrich und am leeren Tor vorbei. Aber Zentimeter fehlten den Westfalen auf der Gegenseite auch bei Schüssen von Siefert (12.) und Hellwig (20.).

Die 2. HZ begann mit einem Kopfball Hellwigs, der knapp vorbeiging. Die Rastätter wurden nun etwas offensiver, ohne aber mehr Wirkung zu erreichen als in der 1.HZ. Das goldene Tor erzielte Menzel i.d. 62., nach einem klugen Pass von Clement. Menzel setzte sich gegen H. Neuberth durch, zog auch an Felsner, der ihn sonst im Griff hatte, vorbei und ließ aus halbrechter Position Tw Bauer mit einem tollen Schuss keine Chance. Die restlichen Minuten waren gekennzeichnet durch Aufbäumen der Gastgeber. Mit W. Neuberth kam zwischenzeitlich etwas mehr Druck ins Rastätter Sturmspiel. Es reichte zu einigen Eckbällen, aber nicht zu harten Tests für Tw Ullrich. Die beste Chance zum 0:2 hatte Kurrat (79.), als die Rastätter Abwehr zu weit aufgerückt war und Kurrat seinen Kontrahenten Springer stehen ließ. Aber der 10-m-Schuss sprang vom Pfosten ins Feld zurück. Im übrigen erfreute sich Kurrat einer sehr liebevollen Doppelbewachung und schien früh zu resignieren. Auch Siefert war nach der Pause längst nicht mehr so gefährlich wie in den ersten Spielminuten.

SR Bien stand mit der Vorteilsregelung auf Kriegsfuss, war aber im übrigen besser als es viele Rastätter Anhänger wahrhaben wollten.

Gruber (Trainer HSV): Ich bin mit dem Ergebnis, nicht aber mit der Leistung zufrieden. Auch das Spiel unseres Gegners befriedigte mich nicht; es war kein Spiel, das einer Dt. Amateurmeisterschaft würdig war. In Hamm dürfen wir jedenfalls nicht so spielen.

Lothar Bechtel (Trainer FCR): Trotz der Niederlage bin ich mit meiner Mannschaft zufrieden. Unser Pech ist es, das wir in der Vorrunde auf einen der Meisterschaftskandidaten trafen.

Artur Mattes (Südbadens Verbandstrainer): Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wenn Rastatts Sturm seine starke Leistung gebracht hätte, dann wäre auch diese Hintermannschaft in Verlegenheit gekommen.

Vorrunde:
Werder Bremen II – TSV Uetersen 3:1 + 3:1
SC Staaken Berlin – Wacker München 0:5 + 2:2
Spfr. Saarbrücken – VfB Kiel 3:2 + 0:2
Rheinahr Sinzig – SSV Reutlingen II 1:3 + 2:2
1. FC Köln II – H. Kassel II 4:4 + 2:0
FC Rastatt 04 – Hammer SpVg 0:1 + 0:5
1. FC Kaiserslautern II – Marathon Remscheid 1:1 + 2:6 n.V.
1. FC Pforzheim – Arm. Hannover II 0:1 + 0:5

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